Mittwoch, 5. Juni 2013

Hochwasser 2013 in Alsleben


Ich habe das sogenannte Jahrhundert-Hochwasser im Jahre 2002 miterlebt und gedacht, es war einzigartig.
Leider wurde ich bitter enttäuscht und sehe in diesen Tagen wieder genau die selben Bilder, dies nun schon zum zweiten Mal. Und das in einem Zeitraum von gut 10 Jahren. Es kommt einen vor wie ein Dèjà vu - Erlebnis. Es ist wirklich erschreckend, was Wasser für eine zerstörerische Kraft entwickeln kann.
Und man fühlt sich klein und hilflos. Den Kindern hatte ich viel davon erzählt, natürlich konnten sie sich das nicht wirklich vorstellen. Die staunenden Augen jetzt von Ihnen zu sehen, wenn sie diese Wassermassen mit Getöse an sich vorbei ziehen sehen, macht schon Angst vor der Zukunft.
Was kommt da noch? Was haben wir falsch gemacht? Sind wir wirklich allein Schuld an den Ausmaßen, weil wir die Flüsse eindämmen um Bauland zu gewinnen? In wie weit spielt der Klimawandel bei solchen Katastrophen eine Rolle? Fragen über Fragen, die keiner beantworten will oder kann.






Am schlimmsten an dieser ganzen Situation für mich ist aber dieser verdammte Katastrophen-Tourismus. Da sind auf der einen Seite Menschen, die versuchen mit allen Mitteln Ihr Hab und Gut zu retten. Setzen nicht selten ihr Leben dafür aufs Spiel. Auf der anderen Seite stehen die Schaulustigen auf den Brücken und machen Fotos oder drehen Video, zoomen auf die entsetzten Gesichter der Leidtragenden, anstatt mit anzupacken.

So was macht mich einfach nur wütend und traurig. Ich zweifle wirklich daran, dass es heutzutage noch Menschlichkeit gibt. Gerade weil die derzeitige Prognose sehr düster aussieht und wir die Pegelwerte von 2002 wohl übertreffen werden.

In dem Sinne meine lieben Leser, solche schlimmen Ereignisse sollten uns dazu bringen, wieder mehr an unsere Mitmenschen zu denken. Denn Hand in Hand ist man stärker und kann viel mehr erreichen bzw. bewegen.

Kommentare:

  1. ich bin sehr traurig und hilflos,schlimm das 2 mal so etwas mit machen zu müssen und wieder trifft es meine Familie und viele andere.Ich drück euch
    Liebe GRüße

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  2. Dein Post macht mich richtig betroffen. Ganz anders, so etwas von jemandem zu lesen, der diese schlimmen Ereignisse am eigenen Leib erfährt, als es "nur" in den Nachrichten zu sehen.
    Was du als Katastrophentourismus schilderst, gibt euch in eurer Situation sicher sehr negative Gefühle. Andererseits: wie sollten Außenstehende sich ohne Bilder bzw. Videos vorstellen, was dort gerade passiert? Dazu gehört wohl auch, die Not in den Gesichtern der Menschen zu zeigen - so weh es tut.
    Ich wünsche euch viel Kraft und Zuversicht! Hoffentlich ist es bald vorbei.
    LG
    Christiane

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  3. Ich denke schon, dass der Klimawandel dabei eine entscheidene Rolle spielt!!! Es ist wirklich erschütternd, was man alles aus den Medien mitbekommt. Gerade gestern Abend die Sondersendung auf ZDF!!! Ich gebe Dir vollkommen recht, Hand in Hand zusammenstehen, füreinander da sein und wo immer Hilfe benötigt wird und es die Möglichkeit gibt, sollte man helfen...
    Meine Freundin wohnt ebenfalls in einem der betroffenen Gebiete, ich rufe Sie schon jeden Tag an und frage nach der Lage...
    Wünsche Euch und allen anderen betroffenene natürlich, dass das Jahrhunderthochwasser bald überstanden ist!!!

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  4. Ich befürchte, es ist kleider wie immer: Wir Menschen haben uns diese Suppe wohl zum größten Teil selbst eingebrockt...Versiegelungen, Flussbegradigungen...und...und...und:(

    Jene "Gaffer" kann ich übrigens auch überhaupt nicht ausstehen...

    Ich hoffe, dass das Schlimmste für alle Betroffenen bald überstanden ist...

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  5. Oh je, das tut mir sehr leid...meine Mutti wohnt auch in einem der betroffenen Gebiete, noch ist alles trocken und ich hoffe, dass sie davon verschont bleiben...meine Cousine hat 2002 alles verloren, ihr gesamtes Haus stand bis zum Dach unter Wasser und nun steht wieder alles auf dem Spiel...es ist schrecklich...
    Ich hoffe, dass bald das schlimmste vorbei ist und alle Betroffenen noch einmal die Kraft zum Wiederaufbau finden.
    lg helli

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  6. Liebe Romy, es ist wirklich traurig zu sehen, wie sich einzelne Menschen verhalten. Gleichzeitig ist es aber auch schön zu sehen, dass viele ein Stückchen näher zusammen rücken und versuchen, gemeinsam etwas zu erreichen und wenn es "nur" die Versorgung der vielen Helfer ist. Meine bessere Hälfte war auch in unserer Nachbarstadt um zu helfen. Den Kindern habe ich versucht, bei all diesen schlimmen Meldungen, Bildern und Nachrichten so gut es geht Kraft, Halt und Sicherheit zu geben. Meine Gedanken sind auch bei Euch. Alles Gute.

    LG Romy

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  7. Ich hasse diese Schaulustigen, die teilweise von weiter mit dem Auto angekarrt kommen, dann sogar auf den (gefährdeten) Dämmen herumklettern, um das Hochwasser auf der anderen Seite begaffen zu können. Da wird dann im strömenden Regen die Kamera ausgepackt, gedeutet, gefuchtelt und sogar gelacht, während daneben die schockierten Leute stehen, denen all das gehört, worüber die anderen sich gerade sehsationslüstern unterhalten... widerlich, einfach nur taktlos und ekelhaft!!

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  8. Hallo, meine Eltern gehören zu den Einwohnern von Mukrena und sind evakuiert. Kenne nur die Bilder aus dem Internet....sie hoffen und bangen, dass das Haus trocken bleibt...drumherum ist alles versunken.
    Ich stehe in den Startlöchern, um zu helfen, wenn alles wieder aufgeräumt werden muss.
    Haltet durch Mama und Papa!

    LG Birgit

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  9. Liebe Romy,
    danke Dir auch für Deine lieben Worte. Gern bin ich Deine Verfolgerin...
    LG Birgit

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  10. Wenn ich schon diese Hochwassertouristen sehe ... schrecklich. Bewundernswert finde ich allerdings die Leute die aus ganz anderen Regionen kommen nur um zu helfen. Wir in Leipzig sind auch vom Hochwasser betroffen ... es sah wirklich schlimm aus. Aber nun scheint es endlich besser zu werden, die Pegel sinken :)

    Wünsche dir alle Gute, und hoffe dass alles bald wieder normal sein wird.

    lg Tonia

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